Der Römische Vicus von Eisenberg
In Eisenberg wurde seit Beginn der 90er Jahre ein größerer Teil einer römischen Kleinstadt (Vicus) freigelegt. Das LAD Speyer führte hier von 1992 bis 2000 umfangreiche Ausgrabungen durch, die seit 2003 im Rahmen der Errichtung eines Archäologischen Parks mit Schutzbauten fortgesetzt werden.
Im Gebiet der Eisenberger Römersiedlung hatten bereits seit dem frühen 19. Jh.
immer wieder unorganisierte oder schlecht dokumentierte Ausgrabungen - vor allem
im Bereich eines spätantiken Burgus - stattgefunden.
Der Bau einer Umgehungsstraße erforderte nun eine langfristige Großgrabung, bei
der ein Teil des Siedlungskerns auf bislang über ca. 7000 m² Grabungsfläche
freigelegt werden konnte. Hierbei wurden bisher 17 Gebäude ganz oder annähernd
vollständig ergraben. Weitere Häuser wurden angeschnitten oder sind aus
Luftaufnahmen bekannt. Überdies fand man zwei Ost-West verlaufende Hauptstraßen,
zwei Nord-Süd verlaufende Nebenstraßen und einen zentralen Platz. Die Befunde waren
in der Regel überdurchschnittlich gut erhalten, da das Gelände in nachrömischer
Zeit nicht wieder überbaut wurde. Dadurch erhielten sich ungestörte römische
Kulturschichten von z.T. über einem Meter Mächtigkeit.
Als Gründe für das Entstehen der Ansiedlung sind die günstige Lage an der
Fernstraße von Worms nach Metz, die obertägig abbaubaren Eisenerzlagerstätten
in der näheren Umgebung, sowie die reichen Klebsandvorkommen im Vicusbereich
zu nennen.
Diese naturräumlichen Gegebenheiten begünstigten die Entwicklung der Ansiedlung
zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Industrievicus. Von der mehrere Jahrhunderte
andauernden Renneisenproduktion zeugen riesige Schlackehalden am Randbereich des
Vicus sowie zahlreiche Schmelzofenfunde.
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U. Himmelmann & Th. Kreckel
LAD - Archäologische
Denkmalpflege
Rheinland-Pfalz
Speyer