Der Römische Vicus von Eisenberg

Schutzbauten

Das Gesamtkonzept stützt sich auf die Erkenntnisse der Archäologie und bezieht sich auf die wesentlichen, typischen Merkmale des Vicus Eisenberg.

Eisenberg, der Schutzbau während der Errichtung im Juni
          2004

Durch die Stellung der Schutzbauten, die in ihrer Grundfläche den römischen Häusern entsprechen, wird der antike Straßenraum für die Besucher erlebbar.
Die römischen Gebäude mit ihren massiven Seitenwänden und der Leichtbaufassade zur Straße hin, werden durch rostende Stahlscheiben an den Seiten und dazwischen liegendem transluzenten Metallgewebe abstrakt dargestellt, so daß die ehemalige Struktur der Häuser erkennbar wird, und die ausgegrabenen Funde vor der Witterung geschützt werden.

Eisenberg, der Schutzbau während der Errichtung im Juni
          2004

Die Materialwahl bezieht sich bewußt auf die Ursprünge Eisenbergs als ein römisches Zentrum der Eisenverarbeitung. Es werden verschiedenste moderne Verarbeitungstechniken aus Eisen zur Ausführung gebracht.

Eisenberg, der Schutzbau während der Errichtung im Juni
          2004

Im Kontrast zu den die Vergangenheit repräsentierenden Schutzbauten steht ein zweites, freies Element aus Holz: zum einen der Besuchersteg, frei schwebend über den archäologischen Grabungen und der Museumssteg, der über den bereits zerstörten Teil der Grabung liegt und den Park zur Straße hin begrenzt. Dieses Element ist in Höhe und Ausrichtung ein Maßstab für das ursprüngliche Niveau der römischen Straße, dem Ursprung Eisenbergs.

Eisenberg, der
          Schutzbau während der Errichtung im Juni 2004

Eisenberg, der
                  Schutzbau während der Errichtung im Juni 2004 In dem 200 Meter langem und 5 m breiten Museumssteg, der gegenüber dem jetztigen Schutzbau gebaut werden könnte, befinden sich Ausstellungsflächen, ein Cafe, ein Vortragssaal und Arbeitsräume für die Archäologen. Die Ausstellungsfläche wird durch das Überschneiden der vertikalen Stahlscheiben und der horizontalen Holzscheiben in Kabinette unterteilt und ermöglicht somit eine Strukturierung der Ausstellung. Moderne wird mit Tradition verbunden.

Das Gesamtkonzept ist in seiner Konstruktion und in den Funktionen so aufgebaut, daß eine schrittweise Realisierung möglich ist, was sowohl die Finanzierbarkeit vereinfacht, als auch eine Reaktion auf neue Erkenntnisse der Archäologen zuläßt. In den ersten Bauphasen sind sechs Schutzbauten geplant, um den Grundstein des archäologischen Parks zu bilden.
Die Realisierung des Konzeptes ist mit einer engen Zusammenarbeit der Architekten und den Archäologen verknüpft. Aufgrund der fortschreitenden Ausgrabungen ergeben sich immer wieder neue Erkenntnisse, die in der Architektur umgesetzte werden müssen. Bestimmte Grabungsabschnitte müssen zu bestimmten Zeiten gegraben werden, damit die Grabungen nicht zu lange ungeschützt offen liegen, der Bauablauf jedoch auch nicht gestört wird. Einige Funde werden komplett abgegraben, andere werden rekonstruiert, und es werden bauvorbereitende Maßnahmen getroffen, die immer wieder neu abgestimmt werden müssen.

D. Enck, F. Oswald
Architekturbüro arche18
Enck/ Oswald GbR, Köln

   

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